Deep Purple / Alice Cooper

Im Rahmen ihrer Tournee machten die beiden Dinosaurier des Rock am 10.02.2006 auch in Dortmund Station. Ich hatte meine Karten schon Monate vorher bestellt und bin dann gestern mit meiner Frau zum Konzert gefahren.

Ich war ein wenig skeptisch wegen der Zusammenstellung. Alice Cooper und Deep Purple als gleichberechtigte Gruppen in einem Konzert ? Ob das gutgeht ?? Es ging gut, soviel sei vorab verraten ­čśë

Alice CooperP├╝nktlich um 19:30 ging das Licht in der grossen Westfalenhalle aus und im gleichen Moment knallten einem die ersten Riffs von “Dirty Diamonds” um die Ohren.

Eric Singer ( der Drummer von Kiss ) trommelte, was das Zeug hielt. Es war recht beeindruckend, wie dieser Mann mit dem Drumset umging. Einfach Klasse. eric singer
Alice Cooper spulte routiniert seine mitlerweile ├╝ber 30 Jahre alte Show ab. Das Lineup wird vervollst├Ąndigt durch die beiden Gitarristen Ryan Roxie und Damon Johnson sowie Bassist Chuck Garric.

“Billon Dollar Babies”, “No more, Mr. Nice Guy” und “School’s out” waren nat├╝rlich fester Bestandteil der Show, ebenso wie die Enthauptung des Protagonisten.

Warum Herr Cooper beim Titel “Eighteen” mit einer Kr├╝cke herumfuchtelte, erschliesst sich mir nicht. Evtl liegt es an seinem fortgeschrittenen Alter.

Eine Neuerung im Programm war wohl der Part, in dem eine als Paris Hilton verkleidete Actrice ( Cooper T├Âchterchen Calico Cooper )zun├Ąchst ein paar Paparazzi verpr├╝gelte, Mr. Cooper ihrem kleinen K├Âter aber im Gegenzug den Kopf abriss. Er kann es einfach nicht lassen ­čśë

“Poison” brachte den Saal dann richtig in Schwung. Leider war es das dann auch schon. Ein weiterer Titel folgte, dann war nach gut 1:20 h Schluss mit “Feed my Frankenstein”.

30 Minuten Umbaupause; Teppich wird ausgelegt; ein Roadie staubsaugt den Teppich; Amps und Instrumente werden aufgebaut; Beeinduckend, was beim Soundcheck allein aus den Sidefills und den Monitorboxen herauskommt. Im direkten Vergleich sieht das Drumset von Ian Paice eher wie ein Kinderschlagzeug aus. Aber Herr Paice wird besser beurteilen k├Ânnen als ich, was er so braucht.

Deep PurpleDeep Purple geh├Ârt inzwischen zu den ├Ąltesten Bands im Rockgesch├Ąft, aber sicher nicht zum “alten Eisen”. Seit 1968 mischt die Gruppe als “Deep Purple” im Rock-Business mit. Von den Gr├╝ndungsmitgliedern ist allerdings nur noch Drummer Ian Paice dabei.

Nach einem kurzen Videoeinspieler, der zeigte, wie die Band aus einer Gitarrenkiste kletterte, schlenderten sie in der aktuellen Besetzung Ian Gillan (Gesang), Ian Paice (Schlagzeug), Roger Glover (Bass), Steve Morse (Gitarre) und Don Airey (Keyboard) auf die B├╝hne und er├Âffneten den Abend recht viel versprechend mit “Pictures Of Home” von dem 1972er Album “Machine Head”.

Roger GloverGlover hatte sich in der Mode alternder Biker eine Bandana um den Kopf gebunden, Paice – der inzwischen aussieht wie Elton Johns dicklicher Bruder mit Zopf – gefiel sich in einem ├Ąrmellosen T-Shirt von Nike, w├Ąhrend Gillan in weissem Hemd mit dunkler Hose und barfuss ( jetzt versteht man auch den Teppich und das Staubsaugen ) die Rolle des Conferenciers ├╝bernahm und Morse die hellblaue Jeansmontur uneitler Hardrock-Gitarristen bevorzugte.

Wie nicht anders erwartet gab es Songs vom neuen Album “Rapture of the deep”.

Die Soloeinlage von Steve Morse, in der er seine E-Gitarre wie eine Kirchenorgel (!) erkingen liess wurde vom Publkum nicht so recht verstanden und nach 5 Minuten durch Pfiffe beendet. Ich h├Ątte dem Spiel des Herrn Morse gerne noch weiter zugeh├Ârt. Wann h├Ârt man schon einmal Bach auf der E-Gitarre ??.

Don Airey lieferte ein ebenfalls grandioses Solo ab; ich weiss nicht, wie viele Stilrichtungen er in seinem knapp 4 min├╝tigem virtuosen Keyboardspiel untergebracht hat. Und worin kann ein Keyboardsolo sonst enden als in “Perfect Strangers” ?

“Highway Star”, “Black Night”; es ging Schlag auf Schlag. Vermisst habe ich eigentlich nur ‘Child In Time’, das Ian Gillan allerdings schon seit 15 Jahren nicht mehr live vortr├Ągt.

Der Hit aller Luftgitarrenhelden, “Smoke on the Water”, beendete schliesslich ein grandioses Konzert, zu dem viele “Herren” mit sch├╝tterem Haar und einer dicken W├Âlbung oberhalb der G├╝rtellinie auch aus dem benachbarten Ausland angereist waren.

Es war ein gelungener Abend …

3 thoughts on “Deep Purple / Alice Cooper

  1. Ulrich, danke f├╝r diese ausf├╝hrliche Reportage!

    Ist das nicht Wahnsinn, wie die Zeit nicht nur immer schneller vergeht, sondern geradezu rast?

    Vom Gef├╝hl her ist das mit den guten, alten Bands doch erst ein paar Tage her, oder? ­čśë

  2. Hallo
    Ich war auch da und ziehe mir den Cooper nun schon ├╝ber Jahre rein.Immer wieder geil.
    Hast du auch Bilder von Ihm auf dem Konzert gemacht?

  3. >> Hast du auch Bilder von Ihm auf dem Konzert gemacht?

    Ich bin davon ausgegangen, daÃ? das Ablichten nicht erlaubt ist; daher habe ich die Kamera gleich zuhause gelassen. ( Leider )

Comments are closed.